Austausch Brigitte-Sauzay-Programm - GAG

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Mein Erfahrungsbericht -
drei Monate in Paris mit dem Brigitte-Sauzay-Programm
 
Mein Name ist Marieke, ich besuche derzeit noch die 10. Klasse im Gymnasialzweig der Gesamtschule am Gluckenstein und habe 2018 an einem Austausch des Deutsch-Französischen-Jugendwerks im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms teilgenommen.
 
Meine Französischlehrerin, Frau Fasoli-Hemler, hatte mich im April 2018 angesprochen, ob ich Lust hätte, an einem längeren Austausch in Paris teilzunehmen. Ihre Freundin ist Deutschlehrerin an einem Collège in Paris und einige ihrer Schülerinnen hatten keine Austauschpartnerin in Kassel gefunden, wo zwei ihrer Klassenkameradinnen zwei Monate in Gastfamilien verbringen sollten. Ich durfte mir eine Austauschpartnerin anhand mehrerer „Steckbriefe“ aussuchen. So kam es dazu, dass Charlotte sehr kurzfristig meine Gastschülerin und ihr Aufenthalt in Deutschland innerhalb weniger Tage geplant, vorbereitet und zugesagt wurde. Charlotte hat von Anfang Mai bis Ende Juni (also nur zwei Monate, da sie letztes Jahr noch in der 4ème/8. Klasse war) bei mir in Bad Homburg gelebt und mit mir den Unterricht an unserer Schule besucht. Weil ich schon eine Stufe weiter war, durfte ich im Gegenzug im Herbst ganze drei Monate bei ihr in Paris verbringen.
 
Ich habe mich entschieden, an diesem Programm teilzunehmen, da ich gerne erst mal für einen überschaubaren Zeitraum ins Ausland gehen wollte. Ich hatte Lust, eine neue Kultur und ein anderes Land kennenlernen, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, neue Menschen kennenzulernen und über die Landesgrenzen hinaus Freundschaften zu schließen. Mein Aufenthalt in Frankreich begann am 08.September 2018. Mit dem Zug gelangte ich in etwa vier Stunden nach Paris und wurde dort am Gare de l'Est von Charlotte und ihrer Mutter abgeholt. Wir sind dann mit dem Bus zu ihr nach Hause gefahren, wo ich ihre beiden jüngeren Brüder kennenlernte und ihren Vater wiedersah. Nachdem wir mein Gepäck abgestellt hatten, lernte ich die Familie bei einem Picknick im nahegelegenen Park Monceau näher kennen. Es war noch sehr warm an diesem Tag, so dass wir im Anschluss noch einen Spaziergang im Zentrum von Paris machen konnten. Wir sind erst zum Arc de Triomphe, der nur etwa fünf Minuten von der Wohnung der Familie entfernt ist, und von dort aus zum Eiffelturm und an der Seine entlanggelaufen.
 
Mit meiner Gastfamilie habe ich mich sehr gut verstanden, sie war für mich da, wenn ich Probleme in der Schule oder Heimweh hatte oder krank war. Nach den ersten Wochen konnte ich mich auch in der fremden Sprache schon viel besser mitteilen als zu Hause im Unterricht. Mit meiner Austauschpartnerin hatte ich auch richtig Glück. Wir sind gute Freundinnen geworden, haben immer noch Kontakt und schreiben uns regelmäßig Nachrichten.
 
 
Mein „erster Schultag“ war der 10. September 2018. Ich musste nicht ganz so früh aufstehen wie zu Hause und wir konnten unseren Schulweg zu Fuß zurücklegen. Von meiner neuen Klasse und den Lehrern wurde ich sehr freundlich aufgenommen. Von Anfang an hatte ich die Möglichkeit, selbstständig am Unterricht teilzunehmen und nebenbei auch während der Unterrichtszeit an Aufgaben für die Schule in Deutschland zu arbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viele Unterschiede zwischen dem Schulalltag in Deutschland und Frankreich gibt. Der Unterricht beginnt um 8:30 Uhr und endet um 16:30 Uhr. Eine Schulstunde dauert 60 Minuten, es gibt andere Schulfächer und manche Fächer, die bei uns separat unterrichtet werden, sind hier zu einem Fach zusammengefasst (z.B. „Physique-Chimie“ und „Histoire-Geographie-Education-Civiq“). Die Schüler müssen sich viele Dinge selbst ohne Lehrer zu Hause erarbeiten, es gibt keine Klassenlehrerstunde oder eine andere Möglichkeit, den Teamgeist der Klasse zu fördern und es werden fast jede Woche mehrere Tests geschrieben. Ich bin mit meiner Gastschwester in eine Klasse gegangen, obwohl ich zu der Zeit schon in der Zehnten war und sie noch in der Neun. Ich habe am regulären Unterricht teilgenommen, habe mich so gut es ging mündlich beteiligt, Lektüren gelesen, Tests geschrieben, Sportpräsentationen mitgestaltet und Power-Point-Präsentationen gehalten. Manchmal habe ich auch einfach nur zugehört, was meinen Wortschatz ebenfalls sehr erweitert hat.
 
An den Wochenenden sind wir fast immer ins Landhaus meiner Gastfamilie in der Normandie gefahren. An einem Wochenende haben wir auch Charlottes Großeltern in Le Havre, einer schönen Hafenstadt in der Normandie besucht. In den französischen Herbstferien haben Charlotte und ich dann die Sehenswürdigkeiten und Museen von Paris besichtigt oder haben uns mit Freunden getroffen (was während der Schulzeit zeitlich kaum möglich gewesen war).

Durch meinen Frankreichaufenthalt bin ich selbstbewusster und unabhängiger geworden und ich habe tolle Freundschaften geschlossen. Meine Sprachkenntnisse haben sich stark verbessert, so dass ich mich richtig flüssig unterhalten und sogar meine Meinung in der fremden Sprache äußern kann. Ich verstehe so gut wie alles und kann auf alles antworten, wenn ich gefragt werde. In der Schule konnte ich zum Ende hin sogar mündlich am Mathematikunterricht teilnehmen und etwas an der Tafel vorrechnen.
 
Ich bin sehr froh, dass ich diesen Austausch noch vor der Oberstufe gemacht habe, da er mich in vielerlei Hinsicht stärker gemacht und weitergebracht hat. Ich würde jederzeit wieder im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms nach Frankreich gehen, weil man sehr unkompliziert und kostenlos an eine Familie vermittelt wird und der Austausch auf Gegenseitigkeit beruht.
 
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